
Wenn Ihr Google-Traffic nach dem Website-Relaunch einbricht, steckt meist ein bestimmter Fehler dahinter. Das ist kein Pech, und auch das neue Design ist nicht schuld. Die häufigsten Gründe sind alte Internetadressen ohne dauerhafte Umleitung (301), eine vergessene Sperre aus der Testphase, die Suchmaschinen fernhält, Texte, die für ein schickeres Design gekürzt wurden, und eine Website, die langsamer lädt. Viele Agenturen schreiben, dass man bei einem schlechten Start schnell 40 bis 80 Prozent seiner Sichtbarkeit in Google verliert. Das sind Erfahrungswerte, keine Studien, aber sie zeigen, wie groß der Schaden sein kann.
Nach dem Start muss Google jede geänderte Seite neu besuchen und bewerten. Ein leichter, vorübergehender Rückgang der Besucher nach dem Start ist daher normal, das sagt auch die Agentur Huemor. Brechen Ihre Besucherzahlen aber innerhalb weniger Tage massiv ein, zeigt die Google Search Console lange Fehlerlisten, oder fällt die Kurve nach zwei Wochen immer noch? Dann ist wirklich etwas kaputt.
Prüfen Sie deshalb zuerst zwei Dinge, die sich in wenigen Minuten klären lassen: Ist Ihr Analyse-Programm auf der neuen Website eingebaut, und wurde Google verboten, die neuen Seiten zu speichern? Ein fehlendes Analyse-Programm lässt nur die Statistik abstürzen, eine vergessene Sperre dagegen die echten Besucher. Wird die Sperre schnell entfernt, erholen sich Ihre Besucherzahlen meist in wenigen Wochen oder Monaten, nicht erst in Jahren.
Sind die Besucher wirklich weg, oder misst Ihr Programm nur falsch?
Manchmal vergessen Entwickler, das Analyse-Programm (zum Beispiel Google Analytics) in die neue Website einzubauen, oder es fehlt die Verbindung zum Cookie-Banner. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das eine typische Falle, weil das Banner beim Start oft neu eingerichtet wird. Das Analyse-Programm darf erst Daten sammeln, wenn der Besucher zustimmt. Geht dabei etwas schief, zeigt Ihre Statistik plötzlich fast null Besucher an, obwohl Ihre Kunden die Seite ganz normal besuchen.
Achten Sie deshalb auf echte Anfragen, Anrufe und Verkäufe. Laufen diese wie gewohnt weiter, ist der Absturz in Ihrer Statistik wahrscheinlich nur ein Messfehler.
Der Zwei-Minuten-Test in der Search Console
Die Google Search Console ist ein kostenloses Werkzeug, das zeigt, wie Ihre Website in der Google-Suche ankommt. Weil die Daten direkt von Google stammen, gibt es hier keine Messfehler durch Ihr eigenes Analyse-Programm. Öffnen Sie den Bericht „Leistung“ und vergleichen Sie die vier Wochen vor dem Start mit den vier Wochen danach, und zwar bei Klicks und Impressionen.
Impressionen zeigen, wie oft Ihre Website in den Suchergebnissen stand, egal, ob jemand darauf geklickt hat oder nicht. Sind Klicks und Impressionen bei Google stabil, während Ihr eigenes Programm einen Absturz meldet, liegt der Fehler klar bei der Messung, und Sie haben keine Plätze in der Google-Suche verloren.
Woran Sie einen Messfehler sofort sehen
Das erste Warnsignal ist die Form der Kurve. Ein Messfehler zeigt einen steilen, geraden Absturz genau am Tag des Starts. Echte Verluste bei Google passieren dagegen fast nie über Nacht, weil Google Zeit braucht, um Seiten neu zu bewerten. Sie bauen sich über Tage auf.
Das zweite Zeichen ist noch klarer: Brechen alle Besucherquellen gleichzeitig ein, also auch direkte Besuche und Klicks aus Ihrem Newsletter? Wer Ihre Adresse eintippt oder aus einer E-Mail kommt, nutzt gar keine Suchmaschine. Fehlen auch diese Besucher, ist nicht Google schuld, sondern Ihr Werkzeug misst einfach nicht mehr.
Woche zwei: Normale Schwankung oder echtes Problem?
Wie oben beschrieben, ist eine kleine Delle normal. Entscheidend ist, wie sie aussieht. Eine normale Schwankung ist leicht, betrifft viele Seiten gleichzeitig und bessert sich innerhalb der ersten Wochen wieder. Ein echtes Problem zeigt sich als steiler Absturz innerhalb weniger Tage, trifft oft nur bestimmte Bereiche und wird nach Woche zwei eher schlimmer als besser.
Wie groß dieser Unterschied sein kann, zeigen Agenturen aus mehreren Ländern: Französische Blogs schreiben von Einbrüchen um 30, 50 oder sogar 70 Prozent, spanische Ratgeber von mehr als 80 Prozent. Auch das sind Erfahrungswerte ohne feste Studien.
Was eine normale Umgewöhnung ausmacht
Normalerweise rutschen Ihre Seiten einige Tage lang leicht nach oben und unten, bevor sie sich beruhigen. Die gesamte Zahl Ihrer Klicks bleibt dabei ungefähr so hoch wie vor dem Start, auch wenn einzelne Tage schlechter laufen.
Gleichzeitig sehen Sie in der Search Console Woche für Woche mehr neue Seiten in der Liste der gespeicherten Seiten. Daran erkennen Sie, dass Google die neue Website gerade in sein Verzeichnis aufnimmt, was man indexieren nennt. In dieser Phase ist Geduld die beste Wahl, denn hektische Änderungen richten jetzt mehr Schaden an als Nutzen.
Daran erkennen Sie echte Fehler
Drei Zeichen zeigen Ihnen, ob wirklich etwas kaputt ist, und Sie können alle drei ohne Vorwissen am Bildschirm ablesen. Sobald Sie nur eines davon bemerken, warten Sie nicht länger, sondern prüfen der Reihe nach die Fehler in den folgenden Abschnitten.

- Steiler Absturz innerhalb von Tagen: Die Kurve in der Search Console macht keinen sanften Bogen nach unten, sondern stürzt auf einen Bruchteil des alten Wertes ab, und das meist schon in den ersten Tagen nach dem Start.
- Verluste nur in bestimmten Bereichen: Brechen im Leistungsbericht zum Beispiel der ganze Blog oder alle Produkte ein, während die Startseite stabil bleibt, ist meist die Vorlage dieser Seiten kaputt, oder die Umleitungen stimmen nicht.
- Mehr Fehler in der Search Console: Im Bericht „Seiten“ häufen sich Meldungen wie „Nicht gefunden (404)“ oder „Durch noindex-Tag ausgeschlossen“. Steigen diese Zahlen jeden Tag, müssen Sie handeln, denn diese Fehler lösen sich nicht von allein.
Die ganze Website verschwindet plötzlich aus Google
Das ist der schlimmste, aber auch der am einfachsten zu lösende Fall. Solange die neue Website auf einer Test-Adresse entsteht, sperren Entwickler Google oft aus, damit die unfertige Seite nicht in der Suche auftaucht. Wird diese Sperre beim Start vergessen, wirft Google Ihre Seiten aus seinen Listen. Die Agentur WebFX nennt vergessene Sperren aus der Testphase als einen der Hauptgründe für Einbrüche nach einem Relaunch.
Meist steckt eines von zwei Dingen dahinter. Ein Noindex-Tag ist eine unsichtbare Notiz im Code, die Google verbietet, die Seite anzuzeigen, und die Datei robots.txt sagt Suchmaschinen, welche Teile der Website sie besuchen dürfen. Beides wandert beim Umzug vom Test-System auf den echten Server oft unbemerkt mit. Bei WordPress heißt der Schalter „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ und steckt in den Einstellungen unter „Lesen“.
Das Entfernen dauert nur Minuten. Aber jeder Tag mit Sperre kostet weitere Seiten, und sie kommen viel langsamer zurück, als sie verschwunden sind.
Die Sperre in zwei Minuten selbst finden
Geben Sie in der Google-Suche „site:ihredomain.de“ ein. Tauchen fast keine Seiten mehr auf, ist das ein klares Warnsignal. Öffnen Sie danach in der Search Console die URL-Prüfung, tippen Sie Ihre Startseite ein und lesen Sie, was Google meldet. Im Bericht „Seiten“ stehen dann oft Hinweise wie „Durch noindex-Tag ausgeschlossen“ oder „Durch robots.txt blockiert“.
Dazu ein Unterschied, den viele übersehen: Crawlen heißt nur, dass Google eine Seite besucht. Indexieren bedeutet, dass Google sie speichert und in den Suchergebnissen zeigt. Google kann eine Seite also regelmäßig besuchen, ohne sie je anzuzeigen, und genau das passiert bei einer vergessenen Sperre.
Alte Links führen ins Nichts oder nur auf die Startseite
Oft melden Kunden dieses Problem zuerst: Ein altes Lesezeichen geht nicht mehr, oder ein Klick bei Google führt ins Leere. Jede alte Internetadresse, die Besucher oder Links brachte, braucht eine dauerhafte Umleitung, die sogenannte 301-Weiterleitung, zur passenden neuen Seite. HubSpot nennt diese Umleitungen einen der wichtigsten Schritte bei jedem Relaunch, und zwar eins zu eins von der alten zur neuen Adresse.
Sixth City Marketing gibt an, dass mehr als 95 Prozent aller Websites irgendein Problem mit Weiterleitungen haben, nennt die ursprüngliche Studie aber nicht. Die gute Nachricht kommt laut der Agentur Reqst von Google selbst: Eine dauerhafte 301-Umleitung behält den guten Ruf, den sich eine Seite aufgebaut hat.
Leiten Sie alte Seiten aber nie pauschal auf die Startseite um. Google versteht das oft so, als wäre die Seite gelöscht, ähnlich wie ein Einkaufszentrum im Umbau, an dessen Abteilungen nur das Schild „Gehen Sie zum Haupteingang“ hängt. Gibt es für eine alte Seite keinen Ersatz, sollte sie ehrlich eine Fehlermeldung zeigen.
Kaputte Adressen aufspüren
Die Search Console zeigt unter „Seiten“ die Fehler „Nicht gefunden (404)“ und „Soft 404“. Das sind Adressen, die Google nicht mehr findet, meistens Ihre alten. Ein Soft 404 ist besonders tückisch: Die Seite lädt zwar, zeigt aber „Nicht gefunden“ oder bleibt leer. Für Sie sieht alles normal aus, doch Google nimmt die Seite nach und nach aus der Suche.
Testen Sie das zusätzlich von Hand. Suchen Sie Ihre 20 wichtigsten alten Seiten heraus, tippen Sie die alten Adressen in den Browser und schauen Sie, wo Sie landen. Diese halbe Stunde hilft oft mehr als jedes Spezialprogramm.
Warum der Unterschied zwischen 301 und 302 so wichtig ist
Eine 302-Umleitung bedeutet „nur vorübergehend“. Wird sie versehentlich für den echten Start genutzt, glaubt Google, die alte Adresse kommt bald zurück, und die neue Seite übernimmt den guten Ruf der alten nicht.
Die Regel ist einfach: Ist der Umzug für immer, brauchen Sie eine 301. Manche Baukästen und Werkzeuge setzen still eine 302, ohne dass es jemand merkt. Lassen Sie sich deshalb schriftlich bestätigen, dass für alle Weiterleitungen eine 301 genutzt wurde. Ändert sich zusätzlich der Name der Website, also die Domain, gibt es noch mehr zu tun, und das ist ein eigenes Thema.
Die Seiten sind noch da, aber weiter unten
Hier verschwindet Ihre Seite nicht, sie rutscht nur nach unten, zum Beispiel von Platz drei auf Platz acht. Meist wurden Texte, Titel, Überschriften oder Verweise gelöscht oder geändert, damit das neue Design besser aussieht. Öffnen Sie die Seite im Leistungsbericht und vergleichen Sie, unter welchen Suchbegriffen sie vor und nach dem Start gefunden wurde. Fehlen viele Wörter, wissen Sie, welche Texte verloren gingen.
Auch das Menü zählt. Interne Links, also Verweise zwischen Ihren eigenen Seiten, sind für Google Empfehlungen. Braucht man für eine wichtige Seite nun vier Klicks statt einem, hält Google sie für unwichtiger. Ein Verweis zurück ins Menü oder in den laufenden Text behebt das, ohne das Design zu stören.
Zu kurze Seiten helfen niemandem
Designer lieben kurze Texte, weil die Seite dann aufgeräumter aussieht. Oft haben aber genau die langen Texte die Fragen Ihrer Kunden beantwortet und Ihnen den guten Platz gesichert. Das ist wie eine Speisekarte, auf der nur noch der Name des Gerichts steht: edel, aber keiner weiß, was auf den Teller kommt. Die Agentur Huemor rät zu mindestens 300 Wörtern echtem Text pro Seite, damit keine dünnen, nutzlosen Seiten entstehen.
Unser Rat ist klar: Verliert eine gekürzte Seite Plätze, bauen Sie die gelöschten Absätze wieder ein, zuerst auf den Seiten mit den größten Verlusten. Stört das Design, setzen Sie den Text weiter nach unten oder in aufklappbare Boxen.
Gelöschte Titel und Überschriften
Neue Designs setzen oft überall den Firmennamen als Titel oder nutzen für alles dieselbe Überschrift. Die Wörter, über die Kunden Sie früher gefunden haben, sind dann weg. Oft tauscht das neue System auch still die kurzen Beschreibungen aus, die Google unter den Treffern zeigt.
Setzen Sie sich für die Reparatur realistische Ziele. HubSpot rät, pro Seite ein bis zwei wichtige Suchbegriffe einzubauen und pro Woche fünf bis zehn Seiten zu überarbeiten. Bei 40 betroffenen Seiten sind das vier bis acht Wochen. Das klingt mühsam, ist aber machbar. Jede reparierte Seite bringt Sie ein Stück zurück, sobald Google sie wieder besucht hat.
Das Problem mit hochmodernen JavaScript-Websites
Dieser Fehler fehlt in fast allen Ratgebern, passiert bei modernen Websites aber oft. Techniken wie JavaScript schicken häufig eine fast leere Seite und ein kleines Programm, das den Inhalt erst im Browser des Besuchers aufbaut. Menschen sehen sofort eine fertige Website, Google dagegen vielleicht gar nichts oder erst Tage später.
Für Laien sieht das aus, als wären die Umleitungen kaputt, denn Seiten fliegen aus Google, obwohl alle Links stimmen. Die Lösung muss der Entwickler einbauen: Der Server baut die Seite fertig zusammen, bevor er sie ausliefert, was man serverseitiges Rendern nennt. Genau deshalb baut Linkysoft Websites so, dass der fertige Text immer bei Besuchern und bei Google ankommt.
Liest Google Ihren Text überhaupt?
Im Bericht „Seiten“ tauchen dann viele Adressen mit dem Hinweis „Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert“ auf. Google war also da, hat aber keinen lesbaren Text gefunden. Ein Schnelltest: Kopieren Sie einen langen Satz von der neuen Seite und suchen Sie ihn in Anführungszeichen bei Google. Findet Google ihn nicht, kennt es Ihren Text nicht. Sicher gehen Sie mit der URL-Prüfung und „Live-URL testen“, wo Sie sehen, was Google von der Seite erfasst.
Fragen Sie dann Ihren Entwickler, ob der Server den fertigen Text direkt an den Browser schickt. Ein klares Ja mit einem Bildschirmfoto aus der URL-Prüfung ist gut. Die Antwort „Google kann heute JavaScript gut lesen“ genügt nicht, denn Ihre Seiten fehlen ja nachweislich in der Suche.
Langsame Seiten auf dem Handy kosten Plätze
Mit dem neuen Design kommen oft Animationen, riesige Bilder und schwere Technik, und das kostet Plätze. Google misst mit den Core Web Vitals drei Dinge: wie schnell der Haupttext da ist, wie schnell die Seite auf Antippen reagiert und ob Teile beim Laden springen. Die Agentur Huemor gibt als Daumenregel: Der Text muss in unter 2,5 Sekunden lesbar sein, auf einen Fingertipp muss die Seite spürbar sofort reagieren, und das Layout darf beim Laden nicht springen.
Für die Reaktion nennt die Agentur unter 100 Millisekunden. Der Bericht in der Search Console bewertet die Reaktionszeit inzwischen mit einem eigenen Grenzwert, den er Ihnen direkt anzeigt. Seine Messungen stammen von echten Menschen auf echten Handys und sammeln sich über Wochen, deshalb sehen Sie eine Reparatur dort oft erst deutlich später.
Laut HubSpot erwartet fast die Hälfte der Menschen, dass eine Seite in höchstens zwei Sekunden lädt, also testen Sie auf dem Handy und nicht am schnellen Bürocomputer. Mehr zur Ladezeit finden Sie in unserem Blog.
Das typische Übergewicht nach dem Start
Was macht eine neue Website langsam? Meist sind es riesige Startbilder, Hintergrundvideos, Bilder in falscher Größe, schwere Bild-Diashows, viele Animationen, besondere Schriften und Chat-Fenster. Jedes Teil allein ist harmlos, zusammen machen sie die Seite träge.
Auch der Server spielt eine Rolle, denn ein kleiner Tarif kam mit der alten, einfachen Seite vielleicht gut zurecht und kommt mit der neuen, schweren Seite nicht mehr mit. Fragen Sie Ihren Anbieter, ob Ihr Tarif für die neue, schwerere Seite ausreicht; wir betreiben dafür bei Linkysoft mit Hostrena eigene Server. Entscheidend ist aber nicht der Anbieter, sondern dass Tarif und Website zusammenpassen.
Fehlende Sterne und ausklappbare Fragen bei Google
Es gibt unsichtbaren Code, das sogenannte Schema-Markup, der Google sagt, worum es auf einer Seite geht: um eine häufige Frage, Ihre Firmenadresse oder ein Produkt mit Bewertungen. Oft hat die alte Website diesen Code automatisch erstellt. Die neue Website hat ihn meistens nicht mehr, außer jemand baut ihn absichtlich wieder ein.
Fehlt dieser Code, fehlen Ihrem Treffer die Zusatzangaben, mit denen er in den Suchergebnissen auffällt, etwa gelbe Sterne, ausklappbare Fragen oder Firmendaten. Ihr Platz bleibt oft gleich, doch der Treffer wirkt langweiliger als der der Konkurrenz. Ihre strukturierten Daten testen Sie im Bereich „Verbesserungen“ der Search Console oder mit dem Google-Test für Rich-Suchergebnisse.
Den alten Code zurückholen
Den fehlenden Code bemerken Sie zuerst im Leistungsbericht: Ihr Platz ist gleich, aber weniger Menschen klicken. Ein zweiter Hinweis steht links im Menü der Search Console unter „Verbesserungen“. Sind die Berichte für häufige Fragen, Produkte oder Bewertungen leer oder verschwunden, hat Google den Code nicht gefunden.
Fragen Sie Ihren Entwickler nach der Sicherung der alten Website. Dort steht genau, welchen Code die alten Seiten hatten, und genau diesen baut er in die passenden neuen Seiten ein. Markieren Sie dabei nur, was der Besucher wirklich sieht, denn unsichtbaren Text zu markieren, ignoriert Google oder bestraft es sogar.
Wenn nur eine Sprache in Google abstürzt
Kaum ein Ratgeber spricht über mehrsprachige Websites, dabei passiert es oft: In einem Land brechen die Besucher weg, in den anderen bleibt alles gut. Meistens ist dann das sogenannte hreflang kaputt, ein Code, der Google sagt, welche Sprachfassung es welchem Besucher zeigen soll. Fehlt er oder zeigt er auf alte Adressen, sieht ein Schweizer plötzlich die englische Seite, oder die Übersetzung verschwindet ganz.
Filtern Sie zur Prüfung in der Search Console nach dem Sprachordner, etwa /fr/ oder /ar/, und nach dem Land, und vergleichen Sie die Zeit vor und nach dem Start. Die URL-Prüfung zeigt zusätzlich, welche Seite Google als Original ansieht. Steht bei der französischen Seite die deutsche Adresse, hält Google die Übersetzung für eine Kopie und zeigt sie nicht an.
Drei wichtige Prüfungen für jede Sprache
Linkysoft baut Websites in sechs Sprachen, und in unseren Projekten stoßen wir bei einem Sprach-Absturz immer wieder auf dieselben drei Fehler. Jeden davon können Sie als kurze Aufgabe an Ihren Entwickler weitergeben:
- Jede Übersetzung braucht eine Umleitung: Nicht nur die deutschen Seiten brauchen eine 301. Jede alte französische, englische oder arabische Adresse muss auf ihre neue Seite in derselben Sprache zeigen, denn beim Relaunch ändern sich oft auch die Adressen der Übersetzungen.
- Der Sprach-Code muss stimmen: Ein Verweis auf eine alte oder umgeleitete Adresse nützt nichts. Jeder hreflang-Eintrag muss auf eine Seite zeigen, die es gibt und die sofort lädt.
- Alle Sprachen verweisen aufeinander: Verweist die deutsche Seite auf die französische, muss die französische auf die deutsche zurückverweisen. Fehlt diese Verbindung in beide Richtungen, ignoriert Google den Code.
In dieser Reihenfolge sollten Sie jetzt prüfen
Prüfen Sie immer vom schlimmsten und schnellsten Fehler zum kleinsten: zuerst das Analyse-Programm, dann Sperren wie Noindex und robots.txt, danach kaputte Links und Umleitungen. Erst dann folgen JavaScript-Probleme, gekürzte Texte und Titel, und ganz am Ende Ladezeit und der Code für Sterne und Fragen.

Die Agentur Huemor rät, die Zahlen in den ersten zwei Wochen nach dem Start täglich zu prüfen. Die ersten zwei Tage sind dabei die wichtigsten, weil dort die schwersten Fehler auffallen. Notieren Sie jede Änderung mit Datum, damit Sie später sehen, welche Reparatur geholfen hat:
- Die ersten zwei Tage: Prüfen Sie Messprogramm, Noindex und robots.txt sowie Ihre 20 wichtigsten alten Seiten. Reichen Sie außerdem die XML-Sitemap, also das Inhaltsverzeichnis aller Seiten für Google, über die Search Console ein, und machen Sie das Gleiche in den Webmaster Tools von Bing.
- Tag drei bis vierzehn: Schauen Sie täglich im Bericht „Seiten“ nach „Nicht gefunden (404)“ und „Soft 404“, denn kaputte Links fallen oft erst auf, wenn Google sie erneut besucht. Vergleichen Sie die Klicks einzelner Bereiche mit der Zeit vor dem Start.
- Ab Woche drei: Erst jetzt kommen Texte, Titel, interne Links, Ladezeit und Markup, denn Google belohnt diese Arbeit erst nach mehreren Besuchen. Beginnen Sie mit der Seite, die die meisten Klicks verloren hat, und holen Sie dort gestrichene Absätze und den alten Titel zurück. Danach reicht ein Blick auf die Zahlen einmal im Monat.
Wann kommen meine Besucher zurück?
Feste Garantien gibt es nicht. Ratgeber wie Nubeseo schätzen bei großen Websites zwei bis sechs Monate, arabische SEO-Blogs sprechen meist von 60 bis 90 Tagen, bis sich die Plätze beruhigen. Kleine Websites erholen sich schneller, wenn der Fehler rasch gefunden wird. Das alles sind Erfahrungswerte, keine Studien, und die Agentur Verdure warnt: Verlorene Plätze zurückzugewinnen, „kann Monate dauern“.
Wie schnell es geht, hängt davon ab, wie oft Google vorbeikommt. Die Startseite und beliebte Seiten besucht Google oft, sie erholen sich zuerst, versteckte kleine Seiten zuletzt. Unsere Haltung ist klar: Abwarten und hoffen ist die teuerste Lösung, denn ein kaputter Link heilt nicht von allein.
Die Rettung beschleunigen
Reparieren Sie den Fehler sofort, reichen Sie dann die Sitemap erneut ein und bitten Sie Google über die URL-Prüfung, Ihre wichtigsten Seiten neu anzusehen. So kümmert sich Google schneller um genau diese Seiten.
Lassen Sie Ihre Umleitungen außerdem dauerhaft eingeschaltet, nicht nur ein paar Monate. Zeigt eine fremde Website noch auf Ihre alte Adresse, bringt Ihnen dieser Link nur etwas, solange die Umleitung läuft. Wer nach einem Jahr aufräumen will und sie löscht, verschenkt diese Empfehlungen ein zweites Mal. Eine Umleitung stört niemanden, ein verlorener Link dagegen lässt sich kaum zurückholen.
Wer zahlt für die Fehler, Sie oder die Agentur?
Darüber schreibt kaum ein Ratgeber, weil die meisten von Agenturen stammen. Schauen Sie zuerst in Ihren Vertrag: Stehen dort Begriffe wie Umleitungsplan, SEO-Migration oder Sicherung der Google-Plätze, haben Sie gute Argumente, dass die Agentur den Fehler ohne Aufpreis behebt. Steht nichts dergleichen darin, sehen viele Agenturen die Rettung als zusätzlich bezahlte Arbeit.
Den Aufwand einer Reparatur treiben vor allem vier Dinge: die Zahl der kaputten Seiten, die Zeit seit dem Fehler, ein gleichzeitiger Wechsel des Website-Systems und die Zahl der betroffenen Sprachen. Stellen Sie der Agentur sofort vier Fragen. Geben Sie mir die Liste der Umleitungen? Haben Sie alle Google-Sperren entfernt? Kommen die Texte fertig vom Server? Haben Sie den Code für Sterne und Fragen übernommen?
Welche Fehler auf wessen Konto gehen
Kaputte Umleitungen, vergessene Sperren wie Noindex und robots.txt oder JavaScript-Seiten, die für Google leer bleiben, sind handwerkliche Fehler der Entwickler, ebenso verlorenes Markup, wenn der Auftrag seine Übernahme vorsah. Fordern Sie die Reparatur schriftlich mit Datum und Bildschirmfotos aus der Search Console ein, denn eine ruhige E-Mail mit Beweisen bringt mehr als ein wütender Anruf.
Manches haben Sie aber selbst freigegeben: kürzere Texte, gestrichene Seiten oder einen neuen Namen für die Website. Sprechen Sie das offen an, dann bleibt das Gespräch sachlich, und Sie einigen sich schneller darüber, was der Vertrag abdeckt. Wer der Agentur blind alle Schuld gibt, bekommt meist nur Abwehr zurück.
Schreiben Sie das in Ihren nächsten Auftrag
Schreiben Sie beim nächsten Mal diese Punkte ganz klar in Ihren Auftrag: einen Umleitungsplan für alle alten Adressen mit Besuchern, eine Pflichtprüfung beim Start, dass alle Google-Sperren gelöscht sind, die Auslieferung der Texte als fertiges HTML, also als Seitentext, den Google direkt lesen kann, die Übernahme der strukturierten Daten, das Einreichen der neuen Sitemap und zwei Wochen Überwachung in der Search Console nach dem Start.

Was im Vertrag steht, muss die Agentur liefern. Was Sie nur stillschweigend voraussetzen, wird am hektischen Tag des Starts meist als Erstes vergessen. Lassen Sie sich deshalb jeden Punkt beim Start schriftlich abhaken.
Häufige Fragen
Hier stehen Antworten auf Fragen, die Geschäftskunden uns nach einem Relaunch oft stellen. Unbekannte Begriffe erklärt unser Glossar.
Brauche ich für jede alte URL eine 301-Weiterleitung oder nur für die wichtigen?
Jede Seite, die Ihnen Besucher, Anfragen oder Links gebracht hat, braucht eine Umleitung zu ihrem neuen Gegenstück. Seiten ohne jeden Wert und ohne Ersatz dürfen eine ehrliche Fehlerseite zeigen, statt pauschal auf die Startseite umgeleitet zu werden. Im Zweifel richten Sie lieber eine Umleitung zu viel ein als eine zu wenig, denn eine überflüssige Umleitung schadet nicht, eine fehlende kostet Plätze.
Verliere ich beim Relaunch immer Plätze bei Google, auch wenn alles stimmt?
Rechnen Sie mit einer kurzen Schwankung, während Google die neuen Seiten besucht und neu bewertet. Stimmen Umleitungen, Texte und Technik, muss daraus aber kein dauerhafter Verlust werden. Ein gut mit Suchdaten geplanter Relaunch kann Sie sogar nach oben bringen: Sixth City Marketing berichtet von 48 Prozent mehr Besuchern für einen Kunden, allerdings als Agenturbericht und nicht als unabhängige Studie.
Sollte ich beim Start der neuen Website einfach alle alten Links behalten?
Wenn Ihre alten Internetadressen gut lesbar sind: ja, auf jeden Fall. Wer die Adressen behält, braucht für diese Seiten keine Umleitungen und vermeidet damit das größte Risiko eines Relaunchs. Ändern Sie Adressen nur, wenn das neue Menü es wirklich erfordert, und legen Sie dann vor dem Start einen lückenlosen Umleitungsplan an, der jede alte Adresse ihrer neuen Seite zuordnet.
Was prüfe ich zuerst, wenn meine Besucherzahlen sofort einbrechen?
Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Messprogramm auf der neuen Website eingebaut ist und mit dem Cookie-Banner zusammenarbeitet, denn dann ist vielleicht gar nichts verloren. Vergleichen Sie dafür die Klicks in der Search Console mit Ihrer Statistik. Danach suchen Sie nach Sperren: Sind Seiten durch ein Noindex-Tag ausgeschlossen oder durch die robots.txt blockiert? Erst dann folgen Umleitungen und Inhalte.
Was Sie bis zum Ende der Woche erledigen sollten
Vergleichen Sie heute die Klicks der Search Console mit Ihrem eigenen Programm, damit Sie wissen, ob der Absturz echt ist. Prüfen Sie dann Ihre Startseite und die fünf stärksten alten Seiten mit der URL-Prüfung. Schicken Sie Ihrer Agentur spätestens morgen die vier Fragen von oben und verlangen Sie die Liste der Umleitungen. Im Laufe der Woche beheben Sie zuerst alle Sperren wie Noindex, dann die Umleitungen, reichen die Sitemap ein und notieren jede Änderung mit Datum.
Schreiben Sie Ihrem Entwickler dabei konkret, etwa: „Seit dem Start am Dienstag zeigt Google 140 Seiten als Nicht gefunden (404) an, fast alle aus dem Produktbereich.“ So sucht er an der richtigen Stelle, statt an Ladezeit oder Design zu basteln.
Hat in Ihrem Betrieb niemand Zeit dafür oder hilft Ihre Agentur nicht, übernimmt Linkysoft gern Diagnose und Reparatur im Rahmen unserer Leistungen für Webdesign und Webentwicklung und digitales Marketing. Schreiben Sie uns über die Kontaktseite, und Sie bekommen schnell ein Angebot.
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